Wenn Liebe auf Risiko trifft: Der STD City Index Germany von Erobella.com zeigt, in welchen Städten Deutschlands sexuell übertragbare Krankheiten besonders häufig auftreten. Die Analyse aktueller Inzidenzen von Syphilis, HIV und Gonorrhoe macht deutlich: Safer Sex ist wichtiger denn je – und längst nicht nur Berlin steht im Fokus.
Einleitung
Sexuell übertragbare Krankheiten (STDs) sind ein relevantes Thema für die öffentliche Gesundheit und für jeden sexuell aktiven Menschen. Um Aufklärung zu fördern und ein Bewusstsein für die Thematik zu schaffen, hat Erobella.com die vorliegende Analyse durchgeführt. Der STD Index Germany bietet einen Überblick über die Inzidenzen von Syphilis, HIV und Gonorrhoe in deutschen Städten und Regionen. Die Daten stammen vom Robert Koch Institut (RKI) und beziehen sich auf das Jahr 2025.
Diese Analyse soll keine Panik auslösen, sondern als Informationsquelle dienen und zur Prävention anregen. Safer Sex ist und bleibt der beste Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten.
Methodik
Für die Erstellung des STD City Index Germany wurden die vom Robert Koch Institut (RKI) für das Jahr 2025 gemeldeten Inzidenzen pro 100.000 Einwohner für Syphilis, HIV und Gonorrhoe für 70 deutsche Städte herangezogen. Der Gesamtwert, der als Grundlage für das Ranking dient, ergibt sich aus der Summe dieser drei Inzidenzwerte. Eine höhere Summe bedeutet eine höhere Belastung durch die untersuchten STDs in der jeweiligen Region. Es ist zu beachten, dass die Daten auf den gemeldeten Fällen basieren und eine Dunkelziffer nicht ausgeschlossen werden kann. Die Studie dient als Orientierung und zur Sensibilisierung für das Thema sexuell übertragbare Krankheiten.
STD Index Germany 2025: Ranking nach Inzidenzen
Syphilis-Infektionen
Die aktuellen Daten zur Syphilis-Inzidenz zeigen für das Jahr 2025 ein deutliches Gefälle zwischen den deutschen Metropolen und dem Rest des Landes. An der Spitze steht Berlin, das mit gleich vier Bezirken die vorderen Plätze belegt und damit das nationale Infektionsgeschehen dominiert: Mit 69,86 Fällen pro 100.000 Einwohner führt Berlin-Charlottenburg-Wilmersdorf das Ranking an, gefolgt von Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg (66,40) und Berlin-Mitte (52,12) und Berlin-Neukölln (39,72). Im weiteren Verlauf des Rankings folgen die Städte Köln (35,53), Trier (35,46), Frankfurt am Main (35,18) und Hamburg (28,51).
Region
Syphilis per 100k
Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf
69.86
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
66.40
Berlin Mitte
52.12
Berlin Neukölln
39.72
Köln
35.53
Trier
35.46
Frankfurt am Main
35.18
Hamburg
28.51
Berlin Lichtenberg
27.42
Berlin Pankow
24.67
HIV-Infektionen
An der Spitze der HIV-Infektionen steht überraschend Fürth mit einer Inzidenz von 19,69 Fällen pro 100.000 Einwohner – der höchste Wert bundesweit. Direkt dahinter folgt Chemnitz (10,59), das damit ebenfalls über dem Niveau der deutschen Großstädte liegt. Unter den Metropolen führen Berlin-Mitte sowie Hamburg das Ranking an (beide 10,42), gefolgt von München (9,83) und Berlin Friedrichshain-Kreuzberg (9,75). Insgesamt ist die deutsche Hauptstadt gleich mit drei Bezirken unter den Top 10 vertreten.
Region
HIV per 100k
Fürth
19.69
Chemnitz
10.59
Berlin Mitte
10.42
Hamburg
10.42
München
9.83
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
9.75
Bremerhaven
9.27
Salzgitter
8.57
Berlin Neukölln
8.47
Nürnberg
8.31
Gonorrhoe-Infektionen
Bei den Gonorrhoe-Infektionen zeigt sich ein ähnliches Muster: Berlin weist mit 10,13 Fällen pro 100.000 Einwohner die höchste Inzidenz auf. Es folgen Leipzig mit 9,81 sowie die Berliner Bezirke Mitte (8,5), Neukölln (7,81) und Reinickendorf (7,3). Auffällig ist jedoch, dass auch kleinere Städte teils hohe Inzidenzen verzeichnen. So liegt Halle mit 7,06 Fällen pro 100.000 Einwohner auf Platz 6 im bundesweiten Vergleich und damit auf einem Niveau, das mit den Berliner Werten durchaus vergleichbar ist.
Wichtig: Seit dem 1. März 2020 ist Gonorrhö in Deutschland meldepflichtig, jedoch nur für gonokokkale Stämme mit verminderter Empfindlichkeit, die von den Laboren an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet werden müssen. Eine allgemeine Meldepflicht für alle Fälle besteht weiterhin nicht, was hier zu einer hohen Dunkelziffer führen kann.
Region
Gonorrhea per 100k
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
10.13
Leipzig
9.81
Berlin Mitte
8.50
Berlin Neukölln
7.81
Berlin Reinickendorf
7.30
Halle
7.06
Freiburg i.Breisgau
5.90
Nürnberg
5.67
Bochum
5.30
Berlin Spandau
5.28
Nur jeder Zweite in Deutschland praktiziert Safer Sex
Trotz der bekannten Risiken verzichten viele Menschen in Deutschland auf ausreichenden Schutz beim Sex.Laut einer aktuellen Erobella-Umfrage unter 2.000 Teilnehmenden gaben lediglich 57 % an, immer Safer Sex zu praktizieren. Jeder Vierte (24 %) schützt sich nur manchmal, während 12 % nach eigenen Angaben nie Safer Sex betreiben. 7 % machten keine Angabe. Diese Zahlen zeigen deutlich: Aufklärung und Prävention bleiben zentrale Herausforderungen – denn konsequenter Schutz ist der wirksamste Weg, sich und andere vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu bewahren.
Rund 70 % der Befragten gaben an, sich regelmäßig auf sexuell übertragbare Infektionen testen zu lassen, wobei die Intervalle von monatlich bis jährlich reichten. Gleichzeitig nannten 20 % finanzielle Hürden, etwa die als zu teuer empfundenen Kosten für STD-Tests, und 15 % berichteten von erlebter oder erwarteter Stigmatisierung („Keine Lust auf komische Reaktionen“). Insbesondere Personen im ländlichen Raum verwiesen zudem auf organisatorische Schwierigkeiten wie lange Anfahrtswege („Ich fahre eine Stunde in die Stadt“).
Fazit
Der STD City Index Germany zeigt auf Basis der Inzidenzen pro 100.000 Einwohner, dass sexuell übertragbare Krankheiten in Deutschland weiterhin ein relevantes gesamtgesellschaftliches Thema sind. Die höchsten Fallzahlen treten – wenig überraschend – in den Metropolregionen auf, allen voran in Berlin, das mit mehreren Bezirken die Rangliste anführt. Doch auch kleinere Städte wie Trier, Fürth oder Halle verzeichnen teils unerwartet hohe Inzidenzen einzelner STDs.
Brenda Jensen, Head of Data & Research bei Erobella.com, betont:
„Mit dieser Studie möchten wir einen Beitrag zur Entstigmatisierung von sexuell übertragbaren Krankheiten leisten und die Bedeutung von Safer Sex hervorheben. Wissen und Prävention sind die wirksamsten Mittel im Kampf gegen ihre Verbreitung.“
Hinweis
Die in dieser Studie präsentierten Daten dienen ausschließlich zu Informationszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung dar und sollten nicht als Grundlage für medizinische Diagnosen oder Behandlungen verwendet werden. Bei Fragen zu Ihrer sexuellen Gesundheit wenden Sie sich bitte an einen Arzt oder eine Beratungsstelle.